Die Herbstversammlung 2016 des Großmagisteriums

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Empfang zum Fest der seligen Jungfrau Maria, Königin von Palästina

In Gegenwart und mit der aktiven Teilnahme des neuen Apostolischen Administrators des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem, Msgr. Pierbattista Pizzaballa, versammelten sich die Mitglieder des Großmagisteriums um den Großmeister des Ordens vom Heiligen Grab am 25. und 26. Oktober in Rom. Am zweiten Tag der Sitzung feierte Msgr. Pizzaballa die Messe zu Ehren Unserer Lieben Frau von Palästina in der Kirche Santo Spirito in Sassia, dem römischen Wallfahrtsort der Göttlichen Barmherzigkeit. Ihr folgte der jährliche Empfang im Palazzo della Rovere, dem Sitz des Ordens, wo Kardinal Edwin O’Brien seine Gäste willkommen hieß – darunter an erster Stelle Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär Seiner Heiligkeit Papst Franziskus.


Zu Beginn der Versammlung empfing Kardinal Edwin O’Brien Erzbischof Pierbattistta Pizzaballa sehr herzlich, den er einen Monat zuvor bei seinem feierlichen Einzug in Jerusalem begleitet hatte. Der Großmeister begrüßte auch Erzbischof Bernard-Nicolas Aubertin von Tours, Konsultor des Großmagisteriums und zukünftiger Verantwortlicher der Statthalterei für Frankreich, sowie den neuen Kanzler des Ordens, Botschafter Alfredo Bastianelli.

Der Generalgouverneur Agostino Borromeo dankte dem Kardinal für seine Reisen, dank derer er bereits 90% der Statthaltereien besucht hat, überall die Dynamik der Mitglieder verstärkte und ihre Begeisterung erneuerte, und zwar insbesondere in den von Europa weit entfernten Ländern. Er kündigte auch den Eintritt von Msgr. Pizzaballa in den Orden und seine Ernennung zum Pro-Großprior an. Er freute sich über die Ausbreitung des Ordens, insbesondere in Nordeuropa mit der Schaffung der Statthalterei für Schweden- Dänemark, und über seine anhaltende Entwicklung in Asien und in der Region Pazifik, für die Paul Bartley Vize-Generalgouverneur wird.

Msgr. Pizzaballa beschrieb daraufhin die Situation im Heiligen Land und brachte seinen Willen zum Ausdruck, persönlich alle Priester des Patriarchates zu besuchen und die vom Kirchenrecht vorgesehenen Räte einzurichten. Eine „Buchprüfung“, die von einem außenstehenden Unternehmen durchgeführt wird, soll die finanzielle Neuorganisierung in dieser entscheidenden Etappe ermöglichen. Der junge Erzbischof, der das vollkommene Vertrauen des Heiligen Vaters genießt, richtete einen Appell an die Mitglieder des Ordens, dass sie sich entsprechend ihrer Kompetenzen nicht scheuen, an diesen umfassenden Überlegungen teilzunehmen. Er zeigte sich bereit und offen für den Dialog, verbunden mit dem Wunsch nach einer transparenten Kommunikation zwischen den beiden Institutionen. Er bat den Orden auch, sich wenigstens symbolisch an den derzeitigen Restaurierungsarbeiten der Aedicula des Heiligen Grabes in der Basilika zu beteiligen, die seit jeher als die Kathedrale der katholischen Kirche betrachtet wird.

Die Versammlung ging mit dem Beitrag von Pater Imad Twal weiter, dem Verantwortlichen für die Wirtschaftsfragen des Patriarchates, der die besonderen Ausgaben des Seminars hervorhob, in dem zahlreiche zukünftige Priester studieren, und der Bilanz über die Unterstützung zog, die der Orden der Gemeinde und den drei katholischen Schulen von Gaza zukommen lässt (936 000 Dollar).

Anschließend legte die Heilig-Land-Kommission des Großmagisteriums ihren Bericht vor, den Bartholomew McGettrick und Heinrich Dickmann in der Folge ihres Besuchs vor Ort im vergangenen Sommer verfasst hatten. Solidarität und Subsidiarität charakterisieren das Wirken der Kommission im Dienst der Projekte des Patriarchates, die das Großmagisterium besonders im sozialen und schulischen Bereich übernimmt und dabei in einer Dynamik der Transparenz und der Übertragung von Verantwortung auf die Menschen hört.

In der provisorischen Bilanz, die der Ingenieur Pier Carlo Visconti vorlegte, erschien die Abrechnung des Großmagisterium sehr positiv, da die Ausgaben zurückgehen und die Spenden der Mitglieder im Verhältnis zur internationalen Entwicklung des Ordens unablässig ansteigen.

Die Arbeiten des Großmagisteriums drehten sich auch um die Schulen des Patriarchates mit ihren etwa 20.000 Schülern, deren Zukunft von den finanziellen Schwierigkeiten, vor allem bezüglich der notwendigen Erhöhung der Gehälter der Lehrer bedroht ist. In Übereinstimmung mit den Vorschlägen des Großmagisteriums, die in der Vergangenheit mehrmals vorgebracht wurden, hat Msgr. Pizzaballa vor, die Kräfte schrittweise zu vereinen, indem er über die Schulen des Patriarchates hinaus alle christlichen Schulen einander annähert, damit sie ihre gemeinsamen Interessen verteidigen.

Unter den Themen, die zum Abschluss der Versammlung vertieft wurden, verwies Kanzler Bastianelli auf die bemerkenswerte Zunahme der Mitgliederzahl zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 30. September 2016 (1457 Eintritte, also fast 50% mehr als im Vorjahr). Die nächste Versammlung des Großmagisteriums findet am 3. und 4. Mai 2017 statt.


François Vayne


(3. November 2016)

Messe in der Kirche Santo Spirito in Sassia


EUCHARISTIEFEIER BEI DER VERSAMMLUNG DES GROSSMAGISTERIUMS


Die Tage, an denen sich das Großmagisterium versammelte, begannen immer mit einer Eucharistiefeier. Bei seinem Kommentar zum Evangelium (Lukas 13,18-21) war es Kardinal O’Brien ein Anliegen, die Größe der Berufung der Ordensmitglieder aufzuzeigen und erinnerte daran, dass „Gott stets das ganze Potenzial unseres Lebens sieht, das wir uns nicht einmal vorstellen können, und zwar selbst in den dunkelsten Momenten und wenn wir uns für unwürdig halten“.

Am folgenden Tag betonte Msgr. Pizzaballa das frei geschenkte Heil, als er über das vom Lukasevangelium vorgelegte Bild der engen Pforte (Lukas 13,22-30) sprach, die nur von denen durchschritten werden kann, die die Erfahrung gemacht haben, dass sie unabhängig von ihren verdienstvollen Werken gerettet sind.“ „Akzeptieren, dass das Heil frei geschenkt wird, ist wirklich ein „enger“ Pfad! Denn für uns wäre es einfacher, es durch unsere Werke zu erkaufen, dann wären wir niemandem etwas schuldig.“ Doch Gott lädt uns ein, uns auf die „umgekehrte“ Logik seines Reiches einzulassen.

Messe in der Kirche Santo Spirito in Sassia – 26. Oktober 2016
Empfang zum Fest der seligen Jungfrau Maria, Königin von Palästina – 26. Oktober 2016